Ich bin mit meinem Blog umgezogen. Hier wird's keine neuen Artikel mehr geben.
Du findest meinen Blog jetzt unter http://www.benjaminschaefer.de. Ich freue mich auf Deinen Besuch und Deine Kommentare. Bis bald.
Bens kleiner Blog
Ökonomik, Politik, Freie Musik, Fotografie, Technik, Kram für Nerds. Meistens.
Sonntag, 4. Dezember 2011
Mittwoch, 10. August 2011
Webcamprobleme in Ubuntu Natty
Aus irgendeinem mir unerfindlichen Grund streikt unter Ubuntu Natty meine Webcam (Bus 001 Device 002: ID 05a9:2640 OmniVision Technologies, Inc. OV2640 Webcam). Ein bisschen googlen bringt zum Vorschein, dass die Kamera durch das Modul uvcvideo angesprochen wird, was unter Natty wohl ab und zu (bei mir eher immer) nicht geladen wird.
Abhilfe schafft nur das manuelle entladen und neuladen des Moduls. Das kann man natürlich automatisieren. Immerhin.
Wenn man folgende Zeilen in die /etc/rc.local einfügt, wird das Modul beim Systemstart automatisch neu geladen.
## Workaround for webcam issue
#unload webcam module
rmmod uvcvideo
#reload it
modprobe uvcvideo
Wenn man diese Befehle erstmal in einer Konsole ausprobieren möchte, bevor man sie in rc.local einträgt, muss man natürlich noch ein sudo davor setzen. Aber rc.local wird sowieso mit Rootrechten ausgeführt, daher ist sudo im Skript nicht notwendig.
Abhilfe schafft nur das manuelle entladen und neuladen des Moduls. Das kann man natürlich automatisieren. Immerhin.
Wenn man folgende Zeilen in die /etc/rc.local einfügt, wird das Modul beim Systemstart automatisch neu geladen.
## Workaround for webcam issue
#unload webcam module
rmmod uvcvideo
#reload it
modprobe uvcvideo
Wenn man diese Befehle erstmal in einer Konsole ausprobieren möchte, bevor man sie in rc.local einträgt, muss man natürlich noch ein sudo davor setzen. Aber rc.local wird sowieso mit Rootrechten ausgeführt, daher ist sudo im Skript nicht notwendig.
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Dienstag, 9. August 2011
Das globale Geldsystem Teil 2 - Triffins Dilemma
Wenn man über das globale Geldsystem, Ungleichgewichte und die Implikationen von Staatsschulden redet, dann fällt früher oder später der Name Robert Triffin und das nach ihm benannte Dilemma. Ursprünglich bezeichnete es einen Fehler im Bretton-Woods-System, aber nach dem Zusammenbruch des BWS 1973 hat man festgestellt, dass Triffins Dilemma damit nicht auch unterging.
Das BWS war ein System fester Wechselkurse mit dem US-Dollar im Zentrum. Als monetärer Anker diente dabei Gold und die Verpflichtung der USA unbegrenzt Gold und Dollar gegeneinander einzutauschen; im festen Verhältnis von $35 pro Feinunze Gold. Robert Triffin bemerkte, dass diese Konstellation instabil war. Diese Instabilität ergab sich aus der Rolle des US-Dollars als internationale Reserve. Da der Dollar unbegrenzt, unbedingt und zum festen Kurs in Gold eingetauscht werden konnte, galten Anlagen in Dollar "as good as gold". Die Zentralbanken
des BWS hielten also keine Goldreserven, sondern viel einfacher zu handhabende Dollarreserven, das meiste davon als US-Staatsanleihen.
Um die Weltwirtschaft am Laufen zu halten und damit auch den amerikanischen Firmen Geschäftsmöglichkeiten zu geben mussten die USA dem Liquiditätsbedarf der Weltwirtschaft gerecht werden, also immer mehr Staatsanleihen herausgeben, um den anderen Zentralbanken die
Besicherung ihrer Geldmengen zu ermöglichen. Mit der Zeit wurde deutlich, dass das VErsprechen der Eintauschbarkeit zu Gold unhaltbar war. Zum Ende des BWS waren nur noch etwa 5% der Dollarreserven tatsächlich durch entsprechende Goldvorräte gedeckt. Der Dollar hätte eigentlich gegenüber Gold und den anderen Währung des BWS abwerten müssen. Mit dem Ende der Eintauschbarkeit 1971 brach das BWS binnen zwei Jahren zusammen. Das "risikolose" Anlageinstrument US-Staatsanleihe, das als "as good as gold" galt, war nicht risikolos.
Eine ähnliche Situation sehen wir heute, auch ohne feste Wechselkurse und ohne Gold. Der US Dollar als Weltleitwährung bietet seinen Nutzern enorme Netzwerkeffekte. So ziemlich jeder auf der Welt akzeptiert US Dollar, also hat man einen großen Anreiz in Dollar zu handeln. Oder im Falle von Zentralbanken, die eignenen Fremdwährungsreserven in Dollar zu halten. Erneut muss also die USA dem Liquiditätsbedarf der Welt nachkommen, um die Weltwirtschaft am Laufen zu halten. Erneut wird das als risikolos empfundene Ankerinstrument sehr wohl risikobehaftet. Triffins Dilemma hat erneut zugeschlagen.
Nach der Abstufung der US-Kreditwürdigkeit durch S&P auf AA+ sind wir in der kuriosen Situation, dass der monetäre Anker nicht mehr die beste Bonität hat. Praktisch zeitgleich sind die Renditen deutscher Staatsanleihen gesunken. Drei Tage sind kaum ein ausreichender Zeitraum, um ein Umschwenken des Marktes auf einen anderen Anker feststellen zu können, aber dennoch sollten wir in diesen Zeiten auch bisher Undenkbares in Betracht ziehen. Welche Folgen hätte es, wenn deutsche Staatsanleihen auf einmal eine bedeutendere Ankerrolle spielen würden als bisher? Würde Triffins Dilemma dann auf Deutschland zutreffen? Und wie würden sich die Politikmöglichkeiten in einer Währungsunion darstellen?
Ist das alles ein Argument dafür, das ganze Fiatgeld abzuschaffen und zum Gold als Deckung zurückzukehren? Nein, ganz klar nicht. Man ersetzt nur einen instabilen Anker durch einen anderen. Ob nun die US-Staatsanleihen risikobehaftet sind und nicht mehr als Anker taugen oder Gold ist einigermaßen egal. Mögliche Auswege aus Triffins Dilemma werde ich in einem der kommenden Artikel darstellen.
Das BWS war ein System fester Wechselkurse mit dem US-Dollar im Zentrum. Als monetärer Anker diente dabei Gold und die Verpflichtung der USA unbegrenzt Gold und Dollar gegeneinander einzutauschen; im festen Verhältnis von $35 pro Feinunze Gold. Robert Triffin bemerkte, dass diese Konstellation instabil war. Diese Instabilität ergab sich aus der Rolle des US-Dollars als internationale Reserve. Da der Dollar unbegrenzt, unbedingt und zum festen Kurs in Gold eingetauscht werden konnte, galten Anlagen in Dollar "as good as gold". Die Zentralbanken
des BWS hielten also keine Goldreserven, sondern viel einfacher zu handhabende Dollarreserven, das meiste davon als US-Staatsanleihen.
Um die Weltwirtschaft am Laufen zu halten und damit auch den amerikanischen Firmen Geschäftsmöglichkeiten zu geben mussten die USA dem Liquiditätsbedarf der Weltwirtschaft gerecht werden, also immer mehr Staatsanleihen herausgeben, um den anderen Zentralbanken die
Besicherung ihrer Geldmengen zu ermöglichen. Mit der Zeit wurde deutlich, dass das VErsprechen der Eintauschbarkeit zu Gold unhaltbar war. Zum Ende des BWS waren nur noch etwa 5% der Dollarreserven tatsächlich durch entsprechende Goldvorräte gedeckt. Der Dollar hätte eigentlich gegenüber Gold und den anderen Währung des BWS abwerten müssen. Mit dem Ende der Eintauschbarkeit 1971 brach das BWS binnen zwei Jahren zusammen. Das "risikolose" Anlageinstrument US-Staatsanleihe, das als "as good as gold" galt, war nicht risikolos.
Eine ähnliche Situation sehen wir heute, auch ohne feste Wechselkurse und ohne Gold. Der US Dollar als Weltleitwährung bietet seinen Nutzern enorme Netzwerkeffekte. So ziemlich jeder auf der Welt akzeptiert US Dollar, also hat man einen großen Anreiz in Dollar zu handeln. Oder im Falle von Zentralbanken, die eignenen Fremdwährungsreserven in Dollar zu halten. Erneut muss also die USA dem Liquiditätsbedarf der Welt nachkommen, um die Weltwirtschaft am Laufen zu halten. Erneut wird das als risikolos empfundene Ankerinstrument sehr wohl risikobehaftet. Triffins Dilemma hat erneut zugeschlagen.
Nach der Abstufung der US-Kreditwürdigkeit durch S&P auf AA+ sind wir in der kuriosen Situation, dass der monetäre Anker nicht mehr die beste Bonität hat. Praktisch zeitgleich sind die Renditen deutscher Staatsanleihen gesunken. Drei Tage sind kaum ein ausreichender Zeitraum, um ein Umschwenken des Marktes auf einen anderen Anker feststellen zu können, aber dennoch sollten wir in diesen Zeiten auch bisher Undenkbares in Betracht ziehen. Welche Folgen hätte es, wenn deutsche Staatsanleihen auf einmal eine bedeutendere Ankerrolle spielen würden als bisher? Würde Triffins Dilemma dann auf Deutschland zutreffen? Und wie würden sich die Politikmöglichkeiten in einer Währungsunion darstellen?
Ist das alles ein Argument dafür, das ganze Fiatgeld abzuschaffen und zum Gold als Deckung zurückzukehren? Nein, ganz klar nicht. Man ersetzt nur einen instabilen Anker durch einen anderen. Ob nun die US-Staatsanleihen risikobehaftet sind und nicht mehr als Anker taugen oder Gold ist einigermaßen egal. Mögliche Auswege aus Triffins Dilemma werde ich in einem der kommenden Artikel darstellen.
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Montag, 8. August 2011
Audiophil - Call Myself [phoke72]
Endliche komme ich mal dazu die neue Phonocake - Nummer 72 - zu hören. Audiophil gibt einen Longplayer zum besten, den man mit gutem Gewissen als modernen Pop einordnen kann. Kein weichgespültes Radiogedudel sondern Lieder mit Ecken und Kanten über halb elektronischen, halb akustischen Beats. "Call Myself" ist eines dieser Alben, die niemand in der Netlabelszene erwartet, aber die dennoch so gut passen, dass sich jeder fragt, warum es so lange gedauert hat, bis es erschien.
Das Album beginnt mit dem entspannten "A lake in the desert", das mich ein bisschen an Tori Amos erinnert. Entspannt, vielschichtig, beim ersten Hören vielleicht verwirrend, aber immer besser je öfter man es hört. "Things will change" brettert wie ein Popsong von Lily Allen mit Electrobeats und Akustikgitarre. Das könnte auch im Radio laufen. Im gleichen Stil geht es weiter mit "Enter the surface" und "Searching for You": tanzbare Beats mit Pollyx' sanfter Stimme.
"Turn Back" - das Halbzeit-Intermezzo - zitiert Gangsta-Rap Beats mit schweren Streichern. Mit knappen zwei Minuten für mich kein volles Lied, eine schöne Überleitung zu "Touched me". Hier gibt es wieder schwere Streicher über einem groovenden Shufflebeat. Ganz groß! Wenn auch ein bisschen kurz.
"Stuck in routines" beginnt sanft, geht aber bald in treibenden Electro über. Großes Bassfeuerwerk für die Tanzfläche, das genauso plötzlich endet, wie es begann. In die gleiche Kerbe haut "Eaglewolf". Wenn man's nicht besser wüßte, würde man Timbaland hinter den Reglern vermuten, so sehr quietscht, brettert und rummst es hier.
Schwere Klavierakkorde erklingen in "Forget the time we had". Bald kommen verschwurbelte Beats und rezitativer Gesang. Für mich der Tiefpunkt des Albums, nichts halbes und nichts ganzes.
Melancholisch-herzzerreißend beginnt "When the day breaks up", um doch schnell in Electro-Beats zu flüchten. Ein wunderbarer Mix aus Akustikballade, Electroknaller und Pophymne. Grandios!
Knappe anderthalb Minuten dauert das Electrogeschwurbel "Snow steps", mit dem "Call myself" nach elf Titeln endet.
"Call Myself" ist ein reifes Album, das mit vielen tollen Popsongs und tanzbaren Beats glänzt. Da sind die Schwachpunkte des Albums schnell vergessen. Ein ganz großer Moment für Audiophil und Phonocake im Speziellen und Netlabels und Freie Musik im Allgemeinen.
Download "Audiophil - Call myself" bei archive.org
Anspieltipp: "Things will change"
Das Album beginnt mit dem entspannten "A lake in the desert", das mich ein bisschen an Tori Amos erinnert. Entspannt, vielschichtig, beim ersten Hören vielleicht verwirrend, aber immer besser je öfter man es hört. "Things will change" brettert wie ein Popsong von Lily Allen mit Electrobeats und Akustikgitarre. Das könnte auch im Radio laufen. Im gleichen Stil geht es weiter mit "Enter the surface" und "Searching for You": tanzbare Beats mit Pollyx' sanfter Stimme.
"Turn Back" - das Halbzeit-Intermezzo - zitiert Gangsta-Rap Beats mit schweren Streichern. Mit knappen zwei Minuten für mich kein volles Lied, eine schöne Überleitung zu "Touched me". Hier gibt es wieder schwere Streicher über einem groovenden Shufflebeat. Ganz groß! Wenn auch ein bisschen kurz.
"Stuck in routines" beginnt sanft, geht aber bald in treibenden Electro über. Großes Bassfeuerwerk für die Tanzfläche, das genauso plötzlich endet, wie es begann. In die gleiche Kerbe haut "Eaglewolf". Wenn man's nicht besser wüßte, würde man Timbaland hinter den Reglern vermuten, so sehr quietscht, brettert und rummst es hier.
Schwere Klavierakkorde erklingen in "Forget the time we had". Bald kommen verschwurbelte Beats und rezitativer Gesang. Für mich der Tiefpunkt des Albums, nichts halbes und nichts ganzes.
Melancholisch-herzzerreißend beginnt "When the day breaks up", um doch schnell in Electro-Beats zu flüchten. Ein wunderbarer Mix aus Akustikballade, Electroknaller und Pophymne. Grandios!
Knappe anderthalb Minuten dauert das Electrogeschwurbel "Snow steps", mit dem "Call myself" nach elf Titeln endet.
"Call Myself" ist ein reifes Album, das mit vielen tollen Popsongs und tanzbaren Beats glänzt. Da sind die Schwachpunkte des Albums schnell vergessen. Ein ganz großer Moment für Audiophil und Phonocake im Speziellen und Netlabels und Freie Musik im Allgemeinen.
Download "Audiophil - Call myself" bei archive.org
Anspieltipp: "Things will change"
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Sonntag, 7. August 2011
Das globale Geldsystem Teil 1 - Einführung
Am Samstag früh (MESZ) hat Standard & Poor's Konsequenz bewiesen und nach der Warnung vom 18. April 2011 tatsächlich die Kreditwürdigkeit der Vereinigten Staaten herabgestuft und auch den Ausblick auf negativ belassen.
Die USA ist zwar mit dem AA+ Rating nach wie vor ein hervorragender Schuldner, also werden die fundamentalen Auswirkungen wohl eher gering sein. Die USA muss sich aber mit höheren Refinanzierungskosten abfinden. Das sollte den Druck auf die Politiker erhöhen, endlich den Schuldenabbau ernst zu nehmen.
Dennoch könnte die Abstufung stärkere Effekte haben, als die Fundamentaldaten erwarten lassen würden. Der Verlust des AAA für die weltgrößte Volkswirtschaft ist eben etwas anderes als die Herabstufung einer kleinen Volkswirtschaft oder eines kleinen Unternehmens. Das liegt zum einen natürlich am Ausmaß der Verflechtung der USA in die Weltwirtschaft, zum anderen aber auch an der Struktur es Internationalen Geldsystems. Ähnlich wie in der Ära des Bretton-Woods-Systems basiert es auf einem zentralen Anker: Im BWS war es das unbedingte, vertraglich festgeschriebene Dollar-Gold-Verhältnis von $35 für die Feinunze Gold; heute ist an diese Stelle die US-Staatsanleihe getreten. Trotz aller strukturellen und rechtlichen Unterschiede zwischen dem BWS und dem aktuellen System ist doch eine Gemeinsamkeit frappierend: Die (vermeintliche) Risikolosigkeit des Ankers. Das BWS zerbrach an Triffins Dilemma, als US-Präsident Nixon 1971 gezwungen war die unbedingte Eintauschbarkeit von Dollar und Gold zu beenden. Man versuchte noch zwei Jahre lang das System am Laufen zu halten, doch mit dem Wegfall des Ankers, war das BWS nicht zu retten.
Eine strukturell ähnliche Situation erleben wir zur Zeit. Mit der Abstufung der Amerikanischen Staatsanleihen verlieren diese das Gütesiegel "Risikolos". Zwar sind keine Anleihen - und auch sonst nichts - absolut sicher, aber bisher galten US-Staatsanleihen als hinreichend sicher, um als Anker des weltweiten Geldsystems zu dienen. Die Herabstufung - bis vor wenigen Jahren noch völlig undenkbar - oder der drohende Zahlungsausfall - ebenfalls undenkbar bis Juli 2011 - hinterließen tiefe Kratzer an der Glaubwürdigkeit des Ankers. Etwas schlimmeres kann einer Anleihe (oder einer Währung) nicht passieren. Selbst wenn die Fundamentaldaten nach wie vor gar nicht so schlecht für die USA aussehen, können es doch die Erwartungen sein, die Amerika in eine neue Rezession zwingen oder - bis vor kurzem ebenfalls undenkbar - den Dollar als Weltleitwährung stürzen. Beides wäre fatal für die Weltwirtschaft, zumindest in der kurzen Frist. Vielleicht erwächst daraus aber langfristig ein stabileres globales Geldsystem.
Dies ist der Anfang einer Serie von Blogbeiträgen zum globalen Geldsystem. Ich werde mindestens noch zu Triffins Dilemma, den Sonderziehungsrechten, Globale Wirtschaftspolitik und Verschuldung bloggen. Wer noch eine Idee hat, soll mir Bescheid sagen :-)
Die USA ist zwar mit dem AA+ Rating nach wie vor ein hervorragender Schuldner, also werden die fundamentalen Auswirkungen wohl eher gering sein. Die USA muss sich aber mit höheren Refinanzierungskosten abfinden. Das sollte den Druck auf die Politiker erhöhen, endlich den Schuldenabbau ernst zu nehmen.
Dennoch könnte die Abstufung stärkere Effekte haben, als die Fundamentaldaten erwarten lassen würden. Der Verlust des AAA für die weltgrößte Volkswirtschaft ist eben etwas anderes als die Herabstufung einer kleinen Volkswirtschaft oder eines kleinen Unternehmens. Das liegt zum einen natürlich am Ausmaß der Verflechtung der USA in die Weltwirtschaft, zum anderen aber auch an der Struktur es Internationalen Geldsystems. Ähnlich wie in der Ära des Bretton-Woods-Systems basiert es auf einem zentralen Anker: Im BWS war es das unbedingte, vertraglich festgeschriebene Dollar-Gold-Verhältnis von $35 für die Feinunze Gold; heute ist an diese Stelle die US-Staatsanleihe getreten. Trotz aller strukturellen und rechtlichen Unterschiede zwischen dem BWS und dem aktuellen System ist doch eine Gemeinsamkeit frappierend: Die (vermeintliche) Risikolosigkeit des Ankers. Das BWS zerbrach an Triffins Dilemma, als US-Präsident Nixon 1971 gezwungen war die unbedingte Eintauschbarkeit von Dollar und Gold zu beenden. Man versuchte noch zwei Jahre lang das System am Laufen zu halten, doch mit dem Wegfall des Ankers, war das BWS nicht zu retten.
Eine strukturell ähnliche Situation erleben wir zur Zeit. Mit der Abstufung der Amerikanischen Staatsanleihen verlieren diese das Gütesiegel "Risikolos". Zwar sind keine Anleihen - und auch sonst nichts - absolut sicher, aber bisher galten US-Staatsanleihen als hinreichend sicher, um als Anker des weltweiten Geldsystems zu dienen. Die Herabstufung - bis vor wenigen Jahren noch völlig undenkbar - oder der drohende Zahlungsausfall - ebenfalls undenkbar bis Juli 2011 - hinterließen tiefe Kratzer an der Glaubwürdigkeit des Ankers. Etwas schlimmeres kann einer Anleihe (oder einer Währung) nicht passieren. Selbst wenn die Fundamentaldaten nach wie vor gar nicht so schlecht für die USA aussehen, können es doch die Erwartungen sein, die Amerika in eine neue Rezession zwingen oder - bis vor kurzem ebenfalls undenkbar - den Dollar als Weltleitwährung stürzen. Beides wäre fatal für die Weltwirtschaft, zumindest in der kurzen Frist. Vielleicht erwächst daraus aber langfristig ein stabileres globales Geldsystem.
Dies ist der Anfang einer Serie von Blogbeiträgen zum globalen Geldsystem. Ich werde mindestens noch zu Triffins Dilemma, den Sonderziehungsrechten, Globale Wirtschaftspolitik und Verschuldung bloggen. Wer noch eine Idee hat, soll mir Bescheid sagen :-)
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Samstag, 6. August 2011
Coface-Arena in Mainz
Letzte Woche habe ich die neue Coface-Arena in Mainz besucht und dabei Witziges entdeckt.
Eine moderne "Arena" mit Brot und Spielen. Gut, dass die Spiele nicht mehr so blutig sind wie im alten Rom. Aber dem Senate und dem Volke Roms hätte man die Ehre doch korrekt erweisen können :-)
Eine moderne "Arena" mit Brot und Spielen. Gut, dass die Spiele nicht mehr so blutig sind wie im alten Rom. Aber dem Senate und dem Volke Roms hätte man die Ehre doch korrekt erweisen können :-)
Und einer der witzigsten Hydranten, den ich je gesehen habe. Ich hoffe er bleibt mehr eine Dekoration und muss nie zum Einsatz kommen.
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Samstag, 30. Juli 2011
La Royale - Bitch Disco [ru07]
Heute bin ich über das mexikanische Netlabel Ruter gestolpert. Und herrlicherweise gibt's da Deep House :-) Besonders die Nummer 7 mit dem etwas anstößigen Namen "Bitch Disco" von La Royale fällt auf. Nicht nur, weil sie Netlabel-untypisch Albumlänge hat sondern auch, weil hier Deep House vom Feinsten geboten wird.
Das Album beginnt mit "Evans"einem gesampleten Klavier, entspannten Saxophon und sanft einfahrenden Beats. Ein schöner Eröffungstitel, sowohl für dieses Album als auch für ein Deephouse-Set.
Passend zum verkorksten Sommer 2011 regnet es in "Weather". Aber nicht lange und die Rhodesakkorde und Beats lassen die Sonne aus den Boxen scheinen. Schade, dass da nicht noch mehr kommt, so dümpelt der Titel etwas spannungslos in der Gegend herum. "Disco Keith" setzt ganz auf gesampleten Jazz. Grooves, Akkorde und Klaviersoli über einem schicken Housebeat. Macht Spaß!
Wer dreht hier am Radio? "King" zelebriert den Klassiker der elektronischen Tanzmusik: Das Zappen durch die Radioprogramme samt Störgeräusche bis es endlich einen Sender gibt, auf dem es losscheppert.
"Red/Naked" ist wohl eine Art Intermezzo. Mit gerade mal zweieinhalb Minuten Samples und Radio gehört es wohl zu "King" als Gesamtkunstwerk.
Gesamplet geht es zurück ins Jahr "1951", auch hier gibt es wieder Jazzgrooves im modernen Housegewand zu hören.
Etwas abrupt beginnt "Peccary" mit einem repetitiven Saxophon-Sample, dem sich schnell Beats, Akkorde und zum ersten mal Synthesizersounds dazugesellen.
"Runaway" hat es in der Tat eilig und ist mit viereinhalb Minuten einer kürzeren Titel des Albums. Treibende Beats, jazzige Orgelsounds und eine Frau, die irgendwas unverständliches vor sich hinbrabbelt. Nice :-)
Gegen Ende des Albums ist es vorbei mit der Entspannung. "Stay" legt ein ordentliches Tempo vor, dennoch sind die albumtypischen Elemente der gesampleten Jazzsounds unverkennbar.
Der Schlusstitel "Morphine" fällt etwas aus der Reihe, ist damit aber wohl der interessanteste Titel des Albums. Eher techhousig und deutlich elektronischer als die anderen neun Titel bildet er einen stark kontrastierenden Abschluss.
La Royale - Bitch Disco [ru07]
Anspieltipp: Morphine
Das Album beginnt mit "Evans"einem gesampleten Klavier, entspannten Saxophon und sanft einfahrenden Beats. Ein schöner Eröffungstitel, sowohl für dieses Album als auch für ein Deephouse-Set.
Passend zum verkorksten Sommer 2011 regnet es in "Weather". Aber nicht lange und die Rhodesakkorde und Beats lassen die Sonne aus den Boxen scheinen. Schade, dass da nicht noch mehr kommt, so dümpelt der Titel etwas spannungslos in der Gegend herum. "Disco Keith" setzt ganz auf gesampleten Jazz. Grooves, Akkorde und Klaviersoli über einem schicken Housebeat. Macht Spaß!
Wer dreht hier am Radio? "King" zelebriert den Klassiker der elektronischen Tanzmusik: Das Zappen durch die Radioprogramme samt Störgeräusche bis es endlich einen Sender gibt, auf dem es losscheppert.
"Red/Naked" ist wohl eine Art Intermezzo. Mit gerade mal zweieinhalb Minuten Samples und Radio gehört es wohl zu "King" als Gesamtkunstwerk.
Gesamplet geht es zurück ins Jahr "1951", auch hier gibt es wieder Jazzgrooves im modernen Housegewand zu hören.
Etwas abrupt beginnt "Peccary" mit einem repetitiven Saxophon-Sample, dem sich schnell Beats, Akkorde und zum ersten mal Synthesizersounds dazugesellen.
"Runaway" hat es in der Tat eilig und ist mit viereinhalb Minuten einer kürzeren Titel des Albums. Treibende Beats, jazzige Orgelsounds und eine Frau, die irgendwas unverständliches vor sich hinbrabbelt. Nice :-)
Gegen Ende des Albums ist es vorbei mit der Entspannung. "Stay" legt ein ordentliches Tempo vor, dennoch sind die albumtypischen Elemente der gesampleten Jazzsounds unverkennbar.
Der Schlusstitel "Morphine" fällt etwas aus der Reihe, ist damit aber wohl der interessanteste Titel des Albums. Eher techhousig und deutlich elektronischer als die anderen neun Titel bildet er einen stark kontrastierenden Abschluss.
La Royale - Bitch Disco [ru07]
Anspieltipp: Morphine
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House,
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